Bei der Behandlung von Prostatakrebs wird zwischen einer kurativen und palliativen Therapie unterschieden. Bei der kurativen Behandlung ist es das Ziel, die Erkrankung dauerhaft zu heilen. Sie kann angewendet werden, wenn der Tumor in einem frühen Stadium erkannt wird und noch keine Metastasen gebildet hat. Im Gegensatz dazu wird die palliative Therapie eingesetzt, wenn der Krebs schon weiter fortgeschritten ist und Metastasen ausgebildet hat. Bei der palliativen Therapie geht es darum, den Krebs so lange wie möglich in Schach zu halten und Schmerzen, Erschöpfung und Übelkeit zu reduzieren. Außerdem erfahren Betroffene, wie sie mit Ängsten umgehen können.
Aktive Überwachung
Bei Prostatakrebs in einem frühen Stadium kann es sein, dass der Krebs nicht behandlungsbedürftig ist. Konkret bedeutet das, dass engmaschige Untersuchungen, beispielsweise halb- oder vierteljährlich durchgeführt werden, um das Voranschreiten der Erkrankung zu überwachen und dann bei Bedarf eine geeignete Behandlung einzuleiten.
Operative Entfernung
Bei der operativen Entfernung der Prostata (sog. Prostatektomie) werden die Prostata und angrenzende Gewebe sowie bei Notwendigkeit auch benachbarte Lymphknoten entfernt. Sie kann eingesetzt werden, wenn sich der Tumor auf die Prostata begrenzt und keine Metastasen vorliegen. Mögliche Nebenwirkungen, die nach der operativen Entfernung der Prostata auftreten können, sind Verlust der Erektionsfähigkeit (Impotenz) und ungewollter Harnabgang (Inkontinenz).
Bestrahlung
Bei der Bestrahlung werden energiereiche Strahlen eingesetzt. Diese Strahlen schädigen die Krebszellen mit dem Ziel, so ihr Wachstum zu bremsen. Die Bestrahlung wird bei örtlich begrenztem und örtlich fortgeschrittenem Prostatakrebs eingesetzt sowie teils auch noch bei metastasiertem Prostatakrebs (dann nicht kurativ). Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen Entzündungen der Blase oder des Darms, Stuhlinkontinenz, chronischer Durchfall oder Potenzprobleme.
Lymphknoten sind Organe des Immunsystems.
Ihre Aufgabe ist es, die Lymphflüssigkeit zu filtern. Da sich über diese Flüssigkeit auch Krebserkrankungen ausbreiten können, kann über eine Untersuchung der Lymphknoten festgestellt werden, ob der Krebs Metastasen gebildet hat. Bei einem Befall der Lymphknoten ist es möglich, dass der Krebs bereits weitere Organe befallen hat.
Bestrahlung von außen
Bei der sogenannten perkutanen (durch die Haut hindurch) Strahlentherapie wird die Bestrahlung von außen durch die Haut hindurch auf den Krebs gerichtet. Da vor der Bestrahlung exakt berechnet wird, wo die Strahlen wirken sollen, wird das umliegende Gewebe so gut es geht geschont.
Bestrahlung von innen
Im Gegensatz zur perkutanen Strahlentherapie wird bei der sogenannten Brachytherapie die Prostata von innen heraus bestrahlt, indem kleine radioaktive Stifte in die Prostata eingesetzt werden. Diese geben dauerhaft Strahlung an das umliegende Krebsgewebe ab und schädigen dadurch die Krebszellen. Es gibt zwei verschiedene Varianten der Brachytherapie: Bei der sogenannten „low-dose-rate“-Bestrahlung werden kleinste Strahlungsquellen über spezielle Punktionsnadeln in die Prostata eingebracht. Bei der „high-dose-rate“-Bestrahlung wird die Strahlenquelle über eine etwas größere Hohlnadel eingebracht. Diese Variante wird in der Regel mit einer Bestrahlung von außen kombiniert.
In der palliativen Therapie können die folgenden Behandlungsoptionen eingesetzt werden:
Männliche Geschlechtshormone, vor allem Testosteron,
beeinflussen das Wachstum von Prostatakrebs. Bei der Hormontherapie wird die Wirkung von Testosteron durch verschiedene Mechanismen verhindert oder reduziert und dadurch das Tumorwachstum gebremst. Diese Form der Behandlung kann beim fortgeschrittenen Prostatakrebs eingesetzt werden. Mögliche Nebenwirkungen sind Hitzewallungen, Abbau der Knochendichte, Gewichtszunahme oder Muskelabbau. Folgende Hormonbehandlungen können bei Prostatakrebs eingesetzt werden:
Operative Kastration
Dabei wird Hormon-produzierendes Gewebe der Hoden entfernt.
Chemische Kastration
Mit Hilfe von Medikamenten wird die Produktion von Testosteron unterdrückt.
Antiandrogene
Diese Medikamente schirmen gezielt die Prostatakrebszellen vor männlichen Geschlechtshormonen ab. Dadurch ist die Testosteronbildung im Hoden weitestgehend unbeeinflusst.
Männliche Geschlechtshormone, vor allem Testosteron,
beeinflussen das Wachstum von Prostatakrebs. Bei der Hormontherapie wird die Wirkung von Testosteron durch verschiedene Mechanismen verhindert oder reduziert und dadurch das Tumorwachstum gebremst. Diese Form der Behandlung kann beim fortgeschrittenen Prostatakrebs eingesetzt werden. Mögliche Nebenwirkungen sind Hitzewallungen, Abbau der Knochendichte, Gewichtszunahme oder Muskelabbau. Folgende Hormonbehandlungen können bei Prostatakrebs eingesetzt werden:
Operative Kastration
Dabei wird Hormon-produzierendes Gewebe der Hoden entfernt.
Chemische Kastration
Mit Hilfe von Medikamenten wird die Produktion von Testosteron unterdrückt.
Antiandrogene
Diese Medikamente schirmen gezielt die Prostatakrebszellen vor männlichen Geschlechtshormonen ab. Dadurch ist die Testosteronbildung im Hoden weitestgehend unbeeinflusst. Bei den Antiandrogenen unterscheidet man zwischen Medikamenten der ersten und zweiten Generation. Die Antiandrogene der zweiten Generation werden auch neue hormonelle Substanzen (NHA) genannt. Sie sorgen dafür, dass das männliche Geschlechtshormon Testosteron entweder nicht gebildet wird oder nicht wirken kann. NHAs können allein oder in Kombination mit sogenannten PARP-Hemmern eingesetzt werden.
Wenn der Krebs bereits fortgeschritten ist und sich Metastasen gebildet haben, kann die Erkrankung u. U. mit einer Kombination aus PARP-Hemmer und NHA behandelt werden. Durch die Kombination kommen gleich zwei Wirkweisen zum Einsatz, die die Krebszellen abtöten sollen. Zusammen mit der NHA verhindert der PARP-Hemmer, dass Schäden in der Erbinformation von Krebszellen repariert werden können, was dazu führen kann, dass diese Krebszellen absterben. Die NHA sorgt gleichzeitig dafür, dass Testosteron entweder gar nicht erst gebildet wird oder seine Wirkung nicht entfalten kann.
Typische Nebenwirkungen dieser Behandlung sind verminderte Anzahl an roten Blutkörperchen und/oder Blutplättchen (Anämie bzw. Thrombozytopenie), Bluthochdruck, Verstopfung, Erschöpfung, Übelkeit, , Kurzatmigkeit, Rückenschmerzen, verminderter Appetit, niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen (Neutropenie), Gelenkschmerz, Erbrechen, niedriger Kaliumspiegel (Hypokaliämie), Schwindelgefühl, Schlaflosigkeit, erhöhter Blutzuckerspiegel und Harnwegsinfektion.
Wenn der Krebs bereits fortgeschritten ist und sich Metastasen gebildet haben, kann die Erkrankung u. U. mit einer Kombination aus PARP-Hemmer und NHA behandelt werden. Durch die Kombination kommen gleich zwei Wirkweisen zum Einsatz, die die Krebszellen abtöten sollen. Zusammen mit der NHA verhindert der PARP-Hemmer, dass Schäden in der Erbinformation von Krebszellen repariert werden können, was dazu führen kann, dass diese Krebszellen absterben. Die NHA sorgt gleichzeitig dafür, dass Testosteron entweder gar nicht erst gebildet wird oder seine Wirkung nicht entfalten kann.
Typische Nebenwirkungen dieser Behandlung sind verminderte Anzahl an roten Blutkörperchen und/oder Blutplättchen (Anämie bzw. Thrombozytopenie), Bluthochdruck, Verstopfung, Erschöpfung, Übelkeit, Kurzatmigkeit, Rückenschmerzen, verminderter Appetit, niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen (Neutropenie), Gelenkschmerz, Erbrechen, niedriger Kaliumspiegel (Hypokaliämie), Schwindelgefühl, Schlaflosigkeit, erhöhter Blutzuckerspiegel und Harnwegsinfektion.
Im fortgeschrittenen Stadium, wenn der Krebs Metastasen gebildet hat, kann Prostatakrebs durch eine Chemotherapie behandelt werden. Diese Form der Therapie ist systemisch, was bedeutet, dass das Medikament im ganzen Körper wirkt und Wachstum und Teilung sowohl von gesunden Körperzellen als auch von entarteten Krebszellen verhindert. Da sich Krebszellen aber häufiger teilen als gesunde Zellen, wird vor allem das Wachstum von Krebszellen gebremst und das Tumorwachstum reduziert. Nebenwirkungen können deshalb unter Umständen im ganzen Körper auftreten. Hierzu zählen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Haarausfall, allergische Reaktionen und erhöhte Infektanfälligkeit.
Eine Chemotherapie kann zum Einsatz kommen, wenn der Prostatakrebs Metastasen gebildet hat. Diese Form der Therapie ist systemisch, was bedeutet, dass das Medikament im ganzen Körper wirkt und Wachstum und Teilung sowohl von gesunden Körperzellen als auch von entarteten Krebszellen verhindert. Da sich Krebszellen aber häufiger teilen als gesunde Zellen, wird vor allem das Wachstum von Krebszellen gebremst und der Tumor angegriffen. Nebenwirkungen können deshalb unter Umständen im ganzen Körper auftreten. Hierzu zählen eine verminderte Anzahl an roten Blutkörperchen (Anämie), allgemeine Schwäche, Schleimhautentzündung, niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen (Neutropenie), Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Haarausfall, allergische Reaktionen, erhöhte Infektanfälligkeit und Empfindungsstörungen in den Gliedmaßen.
Unter bestimmten Voraussetzungen können bei Prostatakrebs auch sogenannte zielgerichtete Therapien eingesetzt werden. Im Gegensatz z. B. zur Chemotherapie, welche gesunde und Krebszellen angreift, richten sich zielgerichtete Therapien noch stärker gegen bestimmte Eigenschaften der Krebszellen. Damit diese Behandlung wirken kann, benötigen die Krebszellen also spezielle Angriffspunkte. Erkrankte, die möglicherweise für zielgerichtete Therapien infrage kommen, werden auf diese Angriffspunkte, wie z. B. bestimmte Andockstellen an der Zelle oder Veränderungen der Erbinformation, untersucht. Je nach Ergebnis kann dann die passende zielgerichtete Therapie entweder allein oder in Kombination mit einer anderen Therapie eingesetzt werden.
Typische Nebenwirkungen dieser Behandlung sind Übelkeit, Müdigkeit, Anämie (niedrige Anzahl roter Blutkörperchen), Erbrechen, Durchfall, verminderter Appetit, Kopfschmerzen, Neutropenie (niedrige Anzahl neutrophiler Granulozyten, einer Art weißer Blutkörperchen, die Infektionen bekämpfen) und Leukopenie (niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen).
Im fortgeschrittenen Stadium kann es bei Prostatakrebs zu Schmerzen kommen. Um diese zu lindern, können je nach Schweregrad verschiedene Medikamente eingesetzt werden, die eine wirksame Schmerzbekämpfung ermöglichen.
Es wird ständig an neuen Therapien geforscht, mit denen Prostatakrebs besser behandelt werden kann. Neben der Erforschung von ganz neuen Medikamenten gibt es auch den Ansatz mehrere, bereits zugelassene Medikamente miteinander zu kombinieren.
Das Ziel dieser Kombinationstherapien ist es, durch den gleichzeitigen Einsatz von verschiedenen Wirkmechanismen noch besser gegen den Krebs vorgehen zu können.
Prostatakrebs kann nicht nur Auswirkungen auf Ihre körperliche, sondern auch auf die mentale Gesundheit haben. Das Ziel einer Psycho-onkologischen Beratung ist es, sich psychischen Belastungen, Ängsten und Problemen zu widmen und dadurch die Lebensqualität zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt sollte Ihnen bei Fragen passende Ansprechpartner:innen nennen können. Auf der Website des Krebsinformationsdienstes wird ein Adressverzeichnis mit über 600 Adressen für psychotherapeutische Ansprechpartner:innen zur Verfügung gestellt.
Beim Gespräch mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt kann es sich anbieten, wichtige Fragen vorab zu notieren.
Diese Fragen helfen Ihnen dabei, im Gespräch nichts Wichtiges zu vergessen:
Welche Behandlungsoptionen stehen mir in meiner Situation zur Verfügung?
Was kann ich von diesen Behandlungen erwarten?
Welche Nebenwirkungen könnten auftreten?
Wann sollte ich mich für eine Behandlung entscheiden?
Könnte ich von einer zielgerichteten Therapie profitieren?
Weitere und ausführlichere Informationen haben wir für Sie in unserer Broschüre „Was kommt jetzt? Diagnose Prostatakrebs – Ein Wegweiser für Betroffene und Angehörige“.
Broschüre herunterladen
DE-57743